Rundgang
Ausgangspunkt ist das deutsche Zollgebäude an der Eupener Straße (siehe >Grenzhäuser)
Nach der Überquerung der Straße beginnt die Kunstroute am Augustinerweg:
Hohlwege, Schützengräben, Öslingerweg und Augustinerkloster, Wanderweg - Joggingstrecke
Rechts und links des Weges fallen mehrere parallel verlaufende Vertiefungen/Gräben auf, die durch den Wald laufen und den gleichen Verlauf aufweisen wie die Eupener Straße. Es handelt sich hierbei um Hohlwege, Spuren mittelalterlicher Verkehrswege. Im Bereich Köpfchen verlief unter anderem der Öslinger Weg. Er war seit dem Mittelalter die Nord-Südverbindung im Gebiet der Ardennen. Das Wort Ösling hat die gleiche Bedeutung wie Ardennen. Noch im Hochmittelalter rechnete man Aachen zu den Ardennen. Der Augustinerweg ist seit vielen Jahren für den Autoverkehr gesperrt. Der Name leitet sich ab vom Aachener Augustinerkloster, das 1293 in der Pontstraße gegründet wurde. Der Augustinerwald wurde vom Kloster bewirtschaftet. Am Ende des leichten Anstieges ist links der Straße ein verwachsener Schützengraben aus der Zeit des zweiten Weltkrieges zu erkennen, der die Straße etwa 200m lang begleitet.
Trampelpfad durch den Mischwald: 30 Baumarten
An der nächsten Kreuzung befindet sich unter einer eindrucksvollen Rotbuche eine Übersichtskarte mit der Überschrift "Zyklopensteine". Links ab führt der Hirschweg, die Zeitenwechsel-Route wendet sich nach rechts in den Wald. Der Wald ändert auf der Route mehrfach seinen Charakter, viele der etwa 30 hiesigen Baumarten kommen vor, Laubwald ( Rotbuche, Eiche, Bergahorn …) wechselt ab mit verschiedensten Nadelbäumen ( Fichte, Kiefer, Lärche, Tanne…).
Entlang der Grenze - des Landgrabens: Harfenbuchen, Grenzsteine, Grenzziehung
Nachdem der Reitweg erneut gekreuzt wurde, nähert sich der Rundweg der deutsch-belgischen Grenze. Gut zu erkennen ist der Landgraben mit seinen typischen Harfenbuchen, dem Graben und dem aufgeschütteten Wall. An kaum einer anderen Stelle ist der Landgraben ähnlich gut erhalten wie gerade hier. Diese äußere Stadtbefestigung entstand um 1611, neueren Datums sind die hier sichtbaren Grenzsteine und die rostigen Reste von Sperranlagen auf dem Weg.
Man erkennt noch heute die mittelalterliche Wehranlage an den bizarren Formen der aufeinander gepflanzten Buchen, die man natürlich seit der Aufhebung des Aachener Reiches (1798) nicht mehr kappte.
Sie konnten vielfach als Stockausschlag frei wachsen und nehmen daher oft die Form einer Harfe an, weshalb man sie auch "Harfenbuchen" nennt.
Der erste "aktuelle" Grenzstein auf dem Weg trägt die Nummer 953, auf der nun folgenden Strecke können 954, 955, 956, 957 und 958 entdeckt werden.
Zyklopensteine
Der Weg verläuft nun auf belgischer Seite entlang des Grabens. Links im Wald tauchen die ersten rätselhaften Steine auf, vereinzelt ragen sie aus dem Boden im Laubwald. Weiter führt er nun nach links durch ein kleines Tannenwäldchen zu den eigentlichen Zyklopensteinen. Etwa fünfzig dieser Steine verschiedener Größe liegen hier unter alten Buchen und Eichen.
Ist dies ein magischer Ort, haben hier in vorgeschichtlicher Zeit Rituale und Gerichtsverhandlungen stattgefunden?
Hat der Teufel die Steine aus seinen Säcken verloren, als er die Stadt Aachen unter Sand begraben wollte? Haben mit den Zyklopen verwandte riesenhafte Wesen die Steine hierher gebracht? Oder haben wir es mit einem von Menschen geschaffenen Platz zu tun, vielleicht ähnlich wie Stonehenge? Spannende Fragen. Es gibt allerdings auch eine streng wissenschaftliche geologische Erklärung. Dabei geht es um die Aachener Sande aus der Oberkreide, um die Entstehung von Sandstein aus lockerem Quarzsand und um die letzte Eiszeit, die vor etwa 10000 Jahren zu Ende ging. Aber interessiert diese Erklärung an diesem mystischen Ort wirklich?
Mordkreuz
Sind die Zyklopensteine passiert, taucht auf der anderen Seite das so genannte Kever-Kreuz auf. Das recht gut erhaltene Blausteinkreuz erinnert an ein Drama vom 7. Mai 1802. "Anno 1802 den … Mai ist der ehrsame Bürger Etmund Kever de Raeren jämmerlich umgebracht worden R.I.P." Etmund Kever aus Raeren war Fuhrmann und wurde auf dem Weg im Wald überfallen.
Grenzstein - Grenzverlauf - Landgraben
Wenige Meter weiter steht der Grenzstein 955. Auffallend ist hier der ungewöhnliche Grenzverlauf, der noch heute gültige Knick in der Grenze besteht seit Menschengedenken. Der Weg führt nun wahlweise innerhalb oder außerhalb des Landgrabens, entweder auf belg. oder dt. Seite.
Belgisches Zollhaus - Grenzübergang - deutsches Zollhaus
Unmittelbar hinter der letzten Harfenbuche führt ein schmaler Weg nach links direkt zur Eupener Straße und zum belgischen Zollhäuschen. Nach einem kurzen Wegstück zwischen den beiden Wiesen geht es weiter über Asphalt an diversen Gebäuden vorbei, die im Rahmen von Grenzabfertigung genutzt wurden. Nach wenigen hundert Metern ist die Straße erreicht und wird in Höhe des Zollhäuschens überquert.
Von hier führt der Weg über den im Mai 2008 hoffentlich fertig gestellten verbindenden "Straßenteppich" zum deutschen Zollgebäude. Kurz nach dem Überschreiten der Grenze wird links im Wäldchen der Westwall sichtbar.
Westwall
Expansionsbestrebungen im Osten angelegt. In Deutschland von der nationalsozialistischen Propaganda als "Westwall" tituliert. Die bei den West-Alliierten unter "Siegfriedlinie" bekannte Verteidigungsstellung sollte das damalige Deutsche Reich vornehmlich gegen Angriffe der Franzosen schützen. Die betonierten Anlagen zogen von Wesel im Norden entlang der deutschen Reichsgrenze über Aachen, quer durch die Eifel, entlang der Saar und des Hunsrücks, quer durch den Pfalzpfad und dann entlang des Rheins bis nach Basel. Der Westwall stellt heute ein prägnantes Landschaftselement dar. Zwischen den Betonhöckern haben sich im Lauf der Jahre auf Grund der besonderen Standortverhältnisse interessante Pflanzengemeinschaften angesiedelt.
Weitere Abschnitte des Westwalls sind westlich und östlich des Grenzüberganges im Wald, aber auch in der freien Landschaft vorzufinden.
Auf der anderen Straßenseite wird der Westwall zu einem Teil der Gärten der deutschen Zollsiedlung, zwischen den Höckern stehen Liegestühle und weht die Wäsche auf der Leine …
Mit dem Erreichen des deutschen Zollgebäudes ist der Ausgangspunkt des Zeitenwechsel Rundweges erreicht.