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Die Grenzhäuser

Belgisches  Zollhaus


Ende der 40er Jahre wird der Grenzübergang "Köpfchen" zwischen Belgien und Deutschland nach und nach geöffnet. Zu der Zeit hat ein belgisches Wachhäuschen unmittelbar vor der deutschen Grenze gestanden. Um dem zunehmendem Verkehr Herr zu werden, wird Anfang der 50er Jahre die Straße verbreitert und im Zuge dessen ein Grenzhäuschen vis à vis dem Zollhauptgebäude erbaut. Mitte der 60er Jahre arbeiten im Zollamt "Köpfchen" 24 Zollbeamte und zusätzlich2 Gendarmen im Schichtdienst. Die Grenze bleibt jahrelang scharf bewacht.

Bis zur Eröffnung des Autobahnzollamts Lichtenbusch in den sechziger Jahren war dies der wichtigste Straßenübergang zwischen Belgien und Deutschland und dies sowohl was den Personen- als auch den Güterverkehr anging. Ende der 80er Jahre sind im Hauptgebäude noch 16 Zollbeamte werktags von 7.00 Uhr bis 23.00 Uhr und am Wochenende von 9.00 bis 17.00 Uhr beschäftigt. Nach 1980 werden die Schranken entfernt. 1992 gibt es vor Ort nur noch 6 Zollagenturen. Das Zollamt wurde am 31.12.1992 geschlossen. Ab dem 1. Januar 1993 sind die Grenzen offen.

Deutsches Zollhaus


Das Zollamt wurde zum gleichen Zeitpunkt wie der belgische Grenzpavillon gebaut, 1953-54. Es entwickelte sich in den 50er Jahren schnell zur größten Zollgrenzstelle Westdeutschlands für den Güterverkehr nach Antwerpen. Zu dieser Zeit waren hier ca. 80 Personen beschäftigt. Mit dem Bau der Autobahn in den 60er Jahren und der in Lichtenbusch entstandenen Zollgrenzstelle verringerte sich der Güterverkehr sowie die Beschäftigtenzahl. In den 70er Jahren waren noch 25 Bedienstete hier tätig. 1985 wurde das Schengener Ankommen vereinbart. In den darauf folgenden Jahren wurden die Grenzkontrollen gelockert bzw. eingestellt. Das Zollamt wurde am 31.12.1992 geschlossen. Ab dem 1. Januar 1993 sind die Grenzen offen.

Das Schengener Abkommen


Nach dem In-Kraft-Treten des Schengener Abkommens 1995, das die Binnengrenzen in der EU öffnet, werden auch an der Zollstation "Köpfchen" die Grenzkontrollen eingestellt. Die historischen Grenzverläufe verlieren ihre Bedeutung als nationalstaatliche Barrieren. Übrig bleiben aufgegebene Zollanlagen. Ihr Verschwinden wird politisch gewünscht. Das Grenzhäuschen verfällt zusehends und wird Opfer von Vandalen.

Rettung der Zollhäuser 


Über 40 Jahre lang war die belgische Grenzstation eine Barriere beim Verlassen oder Betreten der beiden Länder. Das Zollhäuschen, jene Hassliebe der Pendler, die früher Kontrollen über sich ergehen lassen mussten und heute beim unbehelligten Passieren der Grenze in nostalgischen Erinnerungen schwelgen, soll abgerissen werden.

Im Januar 2000 erlebt der belgische Pavillon eine Transformation: Im Rahmen der Diplomarbeit "Neue Erscheinungsbilder eines ehemaligen Personenkontrollkiosks - oder ein frisch frisiertes Köpfchen" von Elke Zimmermann (heute Elke Kohlrautz) findet eine künstlerisch-gestalterische Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Architektur statt. Aus dieser künstlerischen Arbeit, entstand der Verein "Kunst und Kultur im Köpfchen", kurz "KuKuK".

Das Grenzhäuschen geht vom belgischen Staat in den Besitz der Gemeinde Raeren über. Es wird von KuKuK in  Zusammenarbeit mit der Gemeinde Raeren saniert und dem Verein als Vereinssitz verpachtet. Somit bleibt das Grenzhäuschen erhalten. Abgesehen von der Nutzung für künstlerische und kulturelle Veranstaltungen, bedeutet die Erhaltung des Häuschens auch die Bewahrung eines kulturhistorisches Zeugnisses.

In 2006 öffnete der deutsche Verein KuKuK erstmalig mit dem Projekt „SeitenWechsel“ das seit über zehn Jahren geschlossene deutsche Zollhaus. Aufgrund der äußerst positiven Resonanz seitens der Grenzbevölkerung zur neuen Bespielung des deutschen Zollhauses schrieb KuKuK e.V. in 2007 ein Umnutzugnskonzept. Unter dem Titel „Grenzstation Köpfchen“ wurde das Projekt im Förderprogramm „Initiave ergreifen“ des Landes NRW Ende 2007 bewilligt.

Dies ermöglicht KuKuK e.V. den Ankauf des Gebäudes und des umliegenden Terrain. KuKuK bezieht zunächst provisorisch Anfang 2008 das deutsche Zollhaus mit einem Büro. Für das Projekt ZeitenWechsel wird in der ehemaligen Abfertigungshalle ein Café und eine kleine Verkaufsstelle REGIOmarche eingerichtet.
In den übrigen Räumen stellen Künstler zum ZeitenWechsel aus.

Ab November 2008 bis April 2009 ist der Umbau des deutschen Zollhauses geplant. Voraussichtliche Eröffnung der „Grenzstation Köpfchen“ im Mai 2009.